Dynamische Entnahme

Dynamische Entnahme

Die dynamische Entnahme, auch dynamisch-prozentuale Entnahme genannt, ist eine Entnahmestrategie, die jedes Jahr einen Prozentsatz Ihres aktuellen Depotwerts auszahlt statt eines festen Betrags. Steigt das Depot, steigt die Auszahlung; fällt es, sinkt sie.

So funktioniert sie

Einmal im Jahr wird Ihre Entnahmerate mit dem aktuellen Depotwert multipliziert. Das Ergebnis wird in zwölf gleichen Monatsbeträgen ausgezahlt. Als Ausgleich für die Inflation wird die Entnahmerate jedes Jahr erhöht; der Rechner setzt dafür fest 2 % an. Weil immer nur ein Anteil entnommen wird, kann das Kapital rechnerisch nie ganz aufgebraucht werden.

In der Berechnung wird immer aus dem Teil Ihres Depots entnommen, der gerade übergewichtet ist. So bleibt Ihre Aufteilung ohne zusätzliche Umschichtungen erhalten. Das meint das Etikett „Smartes Rebalancing“.

Was Sie hier einstellen

Mit dem Regler legen Sie die Entnahmerate fest; oben sehen Sie den Monatsbetrag im ersten Jahr. Eine Grenze wie bei der statischen Entnahme gibt es nicht, weil das Kapital rechnerisch nie ganz aufgebraucht wird. Die Rate entscheidet stattdessen darüber, wie viel Ihres Kapitals erhalten bleibt: Je höher sie ist, desto stärker zehrt die Entnahme am Bestand.

Was Sie hier sehen

  • Historischer Kapitalerhalt: Der Balken bezieht sich auf Ihr Kapital zu Beginn der Entnahmephase und zeigt, wie viel davon am Planungsende im Durchschnitt noch vorhanden gewesen wäre. Links steht der Wert bei der niedrigsten Rate, rechts bei der höchsten, die Markierung bei Ihrer Rate. Der Wert ist inflationsbereinigt: Bei 100 % hätte Ihr Kapital seine Kaufkraft gehalten.
  • Historischer Backtest: Er spielt Ihre Rate in drei historischen Marktverläufen durch. Der optimistische Verlauf steht für die besten 10 % aller betrachteten Zeiträume, der pessimistische für die schlechtesten 10 %, der durchschnittliche für den mittleren Verlauf aller Zeiträume. Die Beträge im Backtest sind nominal.
  • Historischer Vermögenswert: wie viel Vermögen am Planungsende noch übrig geblieben wäre.
  • Historische monatliche Entnahme: wie stark Ihr Betrag mit dem Depot geschwankt hätte.
  • Historische kumulierte Entnahme: wie viel Sie insgesamt entnommen hätten.

Vorteile

Weil immer ein Rest stehen bleibt, ist das Kapital rechnerisch nie ganz aufgebraucht; er kann aber sehr klein werden. Die Strategie reagiert ohne Ihr Zutun auf den Markt: Nach einem Kurseinbruch entnimmt sie weniger und schont so den Bestand. Ein Enddatum oder eine Renditeannahme braucht sie nicht.

Nachteile

Aus dem Pleiterisiko wird ein Schwankungsrisiko: Ihr Monatsbetrag kann über Jahre deutlich unter dem Startbetrag liegen. Er schwankt in beide Richtungen voll mit; eine Untergrenze gibt es nicht. Wie hoch er im ungünstigsten Verlauf bleibt, hängt vor allem von Ihrer Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen ab.

Zudem kennt die Regel kein Enddatum, an dem das Kapital verbraucht sein soll. Deshalb bleibt am Ende meist ein Rest, der nie ausgegeben wurde. Das kann gewollt sein, etwa als Erbe. Bei gleicher Entnahmerate fällt der Rest aber meist kleiner aus als bei der statischen Entnahme.

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Risikohinweis

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Die Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert von Anlagen sowie die daraus erzielten Erträge können steigen und fallen – Anleger erhalten den eingesetzten Betrag möglicherweise nicht vollständig zurück. Für die Entnahme- und Frührentenplanung gilt insbesondere: Das Rendite-Reihenfolge-Risiko und das Langlebigkeitsrisiko können die Nachhaltigkeit eines Entnahmeplans erheblich beeinflussen.

Alle Berechnungen und Szenarien basieren auf historischen Daten und Modellannahmen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Simulationen erzeugen Wahrscheinlichkeitsszenarien – keine Garantien. Die steuerliche Behandlung von Kapitalanlagen ist individuell und kann sich ändern; die dargestellten steuerlichen Informationen ersetzen keine Beratung durch einen Steuerberater.

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